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Neues aus der Welt der KI-Robotik
02/2026
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Wann ist der richtige Zeitpunkt für Automation?

Automation ist in aller Munde, aber nicht für jedes Industrieunternehmen immer die richtige Entscheidung. Manchmal ist auch einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt. Als Experten für Automatisierung in der Industrie schlüsseln wir auf, was falsche Gründe für Automatisierung sein können, und woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen.

2026 gib es wieder etliche Förderung für deutsche Unternehmen, die automatisieren möchten, so beispielsweise das Investitionssofortprogramm 2026, das durch attraktive Abschreibungsmöglichkeiten den Invest in Robotik ankurbeln möchte. Fördermittel allein sind ein gutes erstes Beispiel für einen ungeeigneten Grund, zu Automatisieren. Es sollten immer gute Gründe und eine hervorragende Passung hinzukommen, um die Umstellung zu rechtfertigen.

Weitere ungeeignete Gründe

Dass der Wettbewerb automatisiert, ist ein ähnlich ungeeigneter Grund, auch wenn es natürlich eigene Überlegungen inspirieren kann. Selbst in gleichen Branche sind Betriebsstrukturen meist sehr verschieden und sollten nie blind verglichen werden. Eine eigene Passung zur gewünschten Technologie sollte immer eingehend geprüft werden.

Ähnlich verhält es sich, wenn KI als „nice to have“ empfunden wird, um „future-ready“ zu sein. Automation ist wi ejede Umstellung und Investition mit Kosten und Risiken verbunden und es sollte immer klar sein, inwiefern sie den Betrieb effizienter und somit wirtschaftlicher machen würde. Automation kann große Einsparungen mit sich bringen, aber nur, wenn die betrieblichen Abläufe dafür geeignet sind, diese Vorteile zu nutzen.

Zuletzt sind weitere ungeeignete Gründe, um zu automatisieren allein die Tatsache, dass man wächst, oder, dass temporär Mitarbeiter fehlen.

Eine Kombination dieser Gründe allein macht es im Übrigen auch nicht besser. Stehen beispielsweise Förderungen an, KI ist in aller Munde und „sowieso die Zukunft“, der Wettbewerb macht es bereits, und in letzter Zeit waren dauernd Leute krank, reicht das nicht, um den Invest zu rechtfertigen.

Schauen wir uns an, was dagegen gute Gründe für Automatisierung sind:

Gute Gründe, um zu automatisieren

Wenn Personalmängel sich als nicht nur temporär, sondern strukturell herausstellen und anhalten, dauerhaft hohe Fluktuationen stattfinden und Schichten langfristig immer wieder nicht vollständig besetzt sind, dann kann das ein guter Indikator sein, Maschinen für bestimmte Aufgabenbereiche einzusetzen, wo Menschen langfristig fehlen.

Das gilt besonders, wenn die Stillstandskosten kalkulatorisch die Investitionsrisiken von Automation übersteigen. Dann wird nicht zu automatisieren zum größeren Risiko als die Umstellung zu wagen.

Maschinen einzusetzen, kann außerdem besonders dann Sinn machen, wenn der Betrieb in einer hygienesensiblen Umgebung stattfindet. Hier kann der Einsatz von HE-sicheren Robotikanlagen nicht nur sehr effizient sein, sondern auch Risiken stark minimieren.

Des Weiteren ist ein deutliches Signal für die Auslotung einer Umstellung, wenn Platz zum limitierenden Faktor wird. Es gibt beispielsweise keinen Raum mehr für zusätzliche Linien, oder Umbauten sind extrem teuer, aber das Produktionsvolumen ist langfristig gewachsen. Kalkulatorisch kann damit der richtige Zeitpunkt erreicht sein, in effizientere Systeme zu investieren, die auf weniger Raum mehr leisten.

Es versteht sich von selbst, dass Automation auch einfach der nächste Schritt sein kann, weil sie für die betrieblichen Abläufe geeignet ist und den Betrieb dauerhaft günstiger macht.

Aber welche betrieblichen Abläufe sind für Automation besonders geeignet?

Die Art der Produkte ist entscheidend

Hohe Varianz in Produkten ist einer der deutlichsten Indikatoren für Automation mit KI. Das kann sich beispielsweise in variierenden Formen, Gewichten oder Zuständen desselben Produkts äußern. Wenn die Effizienz des Prozesses unter dieser Varianz leidet, Sonderfälle zur Regel werden oder mechanische Sonderlösungen sehr teuer sind, kann eine Umstellung zu Automation mit KI sehr sinnvoll sein.

Umgekehrt muss es aber nicht hohe Varianz sein, die Automation rechtfertigt. Gerade Produkte, die immer gleich sind und die immer gleichen Arbeitsschritte erfordern, eignen sich ebenfalls hervorragend für Automation. Deshalb werden Scara-Roboter in der Sortierung von Pralinen oder Medikamenten eingesetzt, bei sogenannten Großserienprodukten. Dasselbe gilt beispielsweise auch für die Automobilindustrie, die Branche mit der zweitgrößten Roboterdichte weltweit.

Sollten also Ihre Produkte geeignet für Automation sein und auch sonst betrieblich gute Gründe für die Umstellung vorliegen, gibt es einige Fragen, die sich zu stellen zuletzt sehr sinnvoll ist:

Wichtige Fragen vor der Entscheidung zur Automation

Sollte Automation nach diesen Punkten sinnvoll erscheinen, gibt es einige Fragen, die zunächst geklärt werden sollten:

1) Sind unsere Prozesse stabil und gut verstanden?

Nur Prozesse, die dauerhaft klarund zuverlässig ablaufen, lassen sich sinnvoll und effizient automatisieren.

2) Schwanken unsere Volumina so stark, dass es keine klare Basis gibt oder wissen wir, womit wir rechnen können?

Genauso, wie Prozesse klar sein müssen, muss klar sein, mit welchem Durchsatz zu rechnen ist. Das muss nicht immer gleich sein, ist aber natürlich entscheidend für die Wahl der Automatisierungslösung.

3) Ist unser Unternehmen bereit für die Organisation von Betrieb und Wartung der Automation?

Je nach Lösung wird geschultes Personal benötigt, das Sie zur Verfügung stellen können müssen. Aber auch hochmoderne Automationslösungen setzen immer mehr auf einfach zu bedienende Betriebsanzeigen und -steuerungen (unsere Lösungen bei robominds beispielsweise). Diese Frage lässt sich also häufig am besten anhand von konkreten Lösungen beantworten.

Wenn Sie als nächstes erfahren möchten, ob für Ihren Betrieb klassische Automation oder Automation mit KI sinnvoller ist, lesen Sie doch gerne hier weiter:

Wann klassische Automation sinnvoller ist als KI (und umgekehrt)

Autorin
Suzan Imhoff
Marketing Manager