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Neues aus der Welt der KI-Robotik
07/2023
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Fotocredits: robominds

Lernfähige Roboter für die Produktion in Bayern: robominds wird Teil des Projekts „KoKIRo“

Bayerisches Know-How kombiniert: Der Startschuss für das Projekt KoKIRo ist gefallen!  Ein Verbund aus regionalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen – auch robominds ist mit dabei -  startet sein gemeinsames Projekt, in welchem ein lernfähiger Roboterassistent für die Produktion entwickelt werden soll und damit im Megatrend der Robotik an entscheidender Stelle bayrisches Know-How kombiniert, gefördert von der bayrischen Staatsregierung. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger war persönlich zu Besuch in Kaufbeuren, um den offiziellen Förderbescheid für ein wegbereitendes Forschungsprojekt Bayerns zu übergeben.

Der nächste Schritt in der Evolution von Montagerobotern

Projektpartner sind die pro-micron GmbH, das Münchner KI-Robotik Unternehmen robominds GmbH, das Fraunhofer Institut (IGCV, Fachgebiet Digitalisierung und KI in der Produktion), und die Universität Augsburg (Professur für Mechanical Engineering). Ziel ist es in engem Austausch, in Kaufbeuren im Gebäude der pro-micron GmbH, ein Industrie 4.0-fähiges, kognitives und flexibel konfigurierbares Roboter-Montagesystem zu entwickeln, kurz KoKIRo. Hierfür sollen im Rahmen des Projekts nicht nur grundlegende Entwicklungsbeiträge für den KoKIRo geleistet, sondern am Ende auch in sogenannten Usecases der Nutzen und die Leistungsfähigkeit des KoKIRo gezeigt werden. Dabei soll der KoKIRo die Montageaufgabe selbst erkennen, sich automatisch (re)konfigurieren und den Montageprozess feinfühlig steuern und durchführen. Statt also wie bisher einen Roboter als Partner in der Produktion zu haben, der keine eigenen Entscheidungen treffen kann und lediglich verlängerter Arm ist, soll sich der KoKIRo selbstständig konfigurieren und den Prozess lernen so z.B. wie viel Druck oder welches Werkzeug er benutzen soll. Hierbei wird robominds eine zentrale Rolle spielen: mit dem robobrain® (dem Gehirn für industrielle Roboter) und smarten KI-Skills werden KoKiRo die benötigten Fähigkeiten für die Durchführung von feinfühlig und in Echtzeit geregelten Montageprozessen verliehen.    

Die Geschichte mit der Schraube

Wenn ein Mensch eine Schraube in ein Gewinde schraubt, merkt er intuitiv, wenn sich diese verkantet. Er kann sich individuell auf jeden neuen Schraubvorgang anpassen – mal muss er fester Schrauben, mal mit mehr Gefühl. Ein Roboter kann das nicht. Diesen kann man zwar spezifisch anlernen, einen bestimmten Schraubvorgang optimal durchzuführen. Geht es aber z.B. um eine neue Schraube, muss er neu angelernt und eingestellt werden. Auch sind für ihn alle Löcher gleich, tatsächlich gibt es aber in der Realität Toleranzen und Abweichungen. Der KoKIRo soll aufgrund der Kombination aus Künstlicher Intelligenz und Sensorik (Gefühl) selbst in der Lage sein, sich hier neu anzulernen oder den tatsächlichen Gegebenheiten gemäß zu verhalten. Droht die Schraube zu verkanten, soll der KoKiRo das merken und „mit Gefühl“ korrigieren.

Zu den Projektpartnern

Für die Universität Augsburg ist Prof. Dr. Markus Sause, Professor für Mechanical Engineering, involviert. Die Uni Augsburg arbeitet an den Schnittstellen zwischen Fühlen, Bewegen und der KI-Steuerung, mit dem Ziel, die Daten in Echtzeit, der richtigen Qualität, sicher und am richtigen Ort zur Verfügung zu stellen und zuverlässig zu nutzen. Für das Fraunhofer IGCV (Fachgebiet Digitalisierung und KI in der Produktion) ist Prof. Dr.-Ing. Johannes Schilp Teil des Projekts. Das IGCV schafft die wissenschaftliche Basis, die Systemarchitektur, die Komponenten und deren Informationsaustausch so aufzustellen, dass KoKIRo ein universell einsetzbares 4.0-System wird. robominds verleiht KoKIRo mit dem robobrain® die benötigte Intelligenz und Fähigkeiten. Pro-micron GmbH wird innerhalb des Projekts erforschen, inwieweit es möglich ist, standardisierte mechanische und elektronische Funktionselemente zu entwerfen und mit dezentraler Intelligenz vor Ort auszurüsten, die die Voraussetzungen für eine feinfühlige Echtzeit-Regelung erfüllen können. Außerdem Teil des Projekts wird das Unternehmen azero GmbH sein, ein ausgewiesener Experte für die anwendungsspezifische Adaption und Integration der zu erforschenden Technologie.

Autor
Maurice Brodhun
Head of Marketing