StartrobomindsBlog

robominds Blog

Neues aus der Welt der KI-Robotik
01/2026
Tech News

Industrierobotik 2026: Europa zwischen Volumen und Qualität

IFR World Robotics Report 2025 - Mit weltweit rund 4,66 Millionen installierten Industrierobotern (2024) und einem Zuwachs von 9% im Vergleich zum Vorjahr unterstreicht die Automatisierung ihren Stellenwert für die industrielle Produktion. Der IFR World Robotics Report bietet dafür jedes Jahr den globalen Referenzrahmen: Er analysiert die Entwicklung von über 40 Ländern, vergleicht Branchen und liefert fundierte Prognosen für die kommenden Jahre. Wer verstehen will, wohin sich industrielle Automation bewegt, kommt an diesem Report nicht vorbei. Wir fassen zum neuen Jahr die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und ordnen sie ein.

Der globale Markt für Industrierobotik wächst weiterhin rasant – auch wenn der Trend in Europa zuletzt stagniert, insbesondere in Deutschland, das rund 40 % des europäischen Marktes ausmacht.
Weltweit wurden 2024 542.000 Roboter installiert - damit lag der Markt das vierte Jahr in Folge über 500.000 Einheiten, und die Nachfrage nach Industrierobotik hat sich über das letzteJahrzehnt mehr als verdoppelt. Das zeigt: Automatisierung ist längst kein volatil-experimenteller Markt mehr, sondern zunehmend industrielle Grundinfrastruktur - vergleichbar mit IT oder Strom.

Mit rund 74 % aller Neuinstallationen im Jahr 2024 dominiert Asien den globalen Robotikmarkt klar. China allein war für 54% des weltweiten Zuwachses verantwortlich und verfügt inzwischen über einen Bestand von mehr als zwei Millionen installierten Industrierobotern. In der Roboterdichte folgt Europa noch vor Amerika – ein Bild, das sich vor allem durch die Branchenstruktur erklären lässt: Globaler Treiber Nummer eins ist die Elektro- und Elektronikindustrie, traditionell eine asiatische Domäne. Auf Platz zwei folgt die Automobilindustrie – Europas zentrales Zugpferd, noch deutlich vor Amerika.

Vor diesem Hintergrundwirkt die aktuelle Stagnation Europas in der Robotik auch weniger überraschend: Sie spiegelt in erster Linie die negative Entwicklung der Automobilindustrie der letzten Jahre wider.

Deutschland als etablierter Markt der globalen Robotik

Im Durchschnitt liegt die Roboterdichte global pro 10.000 Beschäftigten in der Fertigung bei 177 Industrierobotern. Deutschland zählt dabei im weltweiten Vergleich weiterhin zu den Top-5-Standorten.
Südkorea führt dieses Ranking mit rund 1.000 Robotern klar an, gefolgt von Singapur mit rund 770. China liegt mit rund 470 auf Platz 3 - mit weiterhin stark steigender Tendenz. Deutschland erreicht eine Roboterdichte von etwa 430 und positioniert sich damit deutlich vor den USA, die mit rund 300 Robotern pro 10.000 Beschäftigten das Schlusslicht der Top-5 bilden.

China ist auf dem Weg, seinen Abstand zu Deutschland vor allem in der schieren Anzahl installierter Roboter deutlich zu vergrößern. Deutschland hingegen ist seit Jahrzehnten ein etablierter Automatisierungsstandort – und bleibt damit führend in Qualität, Integrationstiefe und industrieller Anwendung. Während China stark in neue Kapazitäten investiert, liegt der Fokus in Deutschland zunehmend auf der Weiterentwicklung bestehender Automation, ergänzt um robuste Software- und KI-Lösungen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, diese Stärken auch künftig auszubauen – als Reife- statt Wachstumsmarkt. Und ob Deutschland in Sachen Automation über seine Abhängigkeit von der Automobilindustrie hinauswachsen können wird.

Was es in Europa 2026 zu tun gilt

Die globalen Neuinstallationen wurden bereits 2025 auf rund 575.000 Einheiten geschätzt und sollen bis 2028 die jährliche Marke von 700.000 überschreiten.
Die entscheidende Frage ist dabei nicht, ob Europa den Anschluss verliert, sondern ob es sich in einer Position etablieren kann, in der Wachstum und Marktrelevanz nicht mehr nur über Stückzahlen definiert werden.
Wie wird Europa 2028 von 700.000 Neuinstallationen profitieren können? Wo können in Deutschland neue Use Cases jenseits der Automobilindustrie entstehen? Diese Fragen gilt es 2026 zu beantworten. Sie werden darüber entscheiden, welche Rolle Europa und Deutschland im globalen Robotikmarkt der kommenden Jahre einnehmen.

Pressekontakt

Suzan Imhoff
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49 89 200 657 99-0
E-Mail: si@robominds.de

Autorin
Suzan Imhoff
Marketing Manager